Kosten und Spenden

Liebe UnterstützerInnen,
wir haben einige Anfragen bekommen von Menschen, die uns gerne unterstützen möchten, sowohl mit ihrer Zeit, als auch mit tollen Aktionen und finanziell. Das freut uns sehr, deswegen wollten wir uns hierzu nochmals genauer äußern:
Unter anderem haben uns schon mehrere Rechtsanwälte angeboten, uns kostenlos zu vertreten. Wir bedanken uns sehr für das Engagement und sind gerührt von der Hilfsbereitschaft und Solidarität die uns entgegengebracht wird. Darüber hinaus sehen wir die Notwendigkeit, eventuelle entstandene Missverständnisse, zu klären. Das Fürstenfeldbrucker Tagblatt schrieb in ihrem Artikel vom Samstag, dass wir uns keinen Anwalt leisten könnten. Diese Darstellung stimmt so nicht ganz. Wir haben zwei sehr gute Anwälte an unserer Seite, die uns bereits tatkräftig unterstützen. Als der erste Gerichtstermin so kurzfristig angesetzt war, hätten wir uns selbst verteidigen müssen und auch wollen, wegen der spontanen und langen Anfahrt der Anwälte und damit einhergehenden Kosteneinsparungen. Bis jetzt können wir nicht sicher sein, dass es bei einer Gerichtsverhandlung bleibt und wir nicht doch verurteilt werden. Dies würde bedeuten, dass über die Anwaltskosten hinaus sowohl Gerichtskosten und die noch ungewisse Geldstrafe, als auch die Dienstausfallkosten von Polizei und der Geschäftsleitung des Supermarktes, die als Zeugen zur Gerichtsverhandlung einbestellt wurden, von uns getragen werden müssen. Für die Kosten werden wir durch Spenden von unseren Unterstützern aufkommen können.

Das Thema Lebensmittelverschwendung ist ein gesellschaftliches. Wir fühlen uns nicht „schuldig“ in dem Sinne, wie uns vonseiten der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wird. Stattdessen sollten Gesetzgeber, Supermärkte und Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Es wäre einfacher und eventuell günstiger gewesen, den Forderungen des Strafbefehls nachzukommen und die 2400€ zu bezahlen. Damit hätten wir jedoch unsere Schuld gestanden und hätten uns dem Kriminalisierungsversuch ergeben. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, unseren Fall öffentlich und politisch zu führen. So besteht aber auch die Gefahr, dass hierdurch mehr Kosten entstehen. In diesem Sinne freuen wir uns sehr über Spenden.

Kontobezeichnung: Spenden und Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
Stichwort: „Olching containert“

Liebe Grüße,
Franzi und Caro

Achtung: Terminverschiebung- Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Freundesfreunde, liebe Mitstreiter und Unterstützer,

wir haben gerade die Info bekommen, dass der Gerichtstermin verschoben wurde. Er findet am 12. November um 8.30Uhr statt.
Wir sind sehr erleichtert und danken allen, die uns bis jetzt so tatkräftig unterstützt haben! Wir haben nun mehr Zeit für eine bessere Vorbereitung. Diese Zeit sollten wir nutzen, um uns gut zu vernetzen, Bündnisse zu schließen, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, etc. …
…denn eine Verschiebung ist noch keine Einstellung des Verfahrens!

Weiterhin werden wir des schweren Diebstahls beschuldigt. Gegen diese Kriminalisierung müssen wir uns wehren. Daher besteht weiterhin die Notwendigkeit, deutlich zu machen, dass eine breite Öffentlichkeit hinter diesem Interesse steht. Unser Gerichtsprozess, der nun verschoben wurde, sollte weiterhin Anlass dazu geben, die Verschwendung von Lebensmitteln, die Rechtslage bezüglich des Umgangs mit dem Müll und in diesem Zuge auch die Ressourcenverschwendung zu thematisieren. An dieser Stelle soll nochmals betont werden: Unser Fall ist kein Einzelfall! Immer wieder geraten Menschen aus moralisch vertretbaren Gründen mit dem Gesetz in Konflikt.

Deswegen ist es auch weiterhin in unserem Interesse, wenn ihr unser Thema aufgreift, darüber berichtet und mobilisiert. Vorab seid ihr natürlich herzlich schon mal zu unserem neuen Gerichtstermin eingeladen. Wir stehen natürlich gerne weiter für Fragen zur Verfügung und sind offen für Ideen und Vorschläge.

In diesem Sinne haben wir bereits ein Treffen organisiert:
am 17. Oktober, 19:30Uhr im Eine-Welt-Haus

Gerichtstermin am 12. November um 8:30Uhr vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck (Stadelbergerstraße 5). Genauere Infos zu Kundgebung werden noch bekannt gegeben.

solidarische Grüße,
Franzi & Caro

Pressemitteilung – Container-Prozess in Olching (Amtsgericht Fürstenfeldbruck)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Containern, das Verwerten von weggeworfenen Lebensmitteln, erfreut sich unter Jung und Alt großer Beliebtheit. Jedoch wird das Containern nach wie vor immer wieder rechtlich verfolgt. Dies müssen wir, Caro (27) und Franzi (25), jetzt am eigenen Leib erfahren.
Uns wird vorgeworfen, weggeworfene Lebensmittel aus dem Müll eines Supermarktes „gestohlen“ zu haben. Mit dem Vorwurf des „besonders schweren Fall des Diebstahls“, § 243 StGB findet am Montag, den 08.10.2018 am Amtsgericht Fürstenfeldbruck die Hauptverhandlung gegen uns statt.
In diesem Zuge wenden wir uns an die Öffentlichkeit, um auf die Lebensmittelverschwendung und die moralisch bedenkliche Gesetzeslage in Deutschland aufmerksam zu machen und weiter zu sensibilisieren.
Wir sind zwei Studentinnen aus der Kleinstadt Olching, dem Münchener Umland. Uns wird vorgeworfen in der Nacht vom 4. Juni Lebensmittel aus dem Mülleimer eines Supermarktes „entwendet“ zu haben. Gegen uns wurde ein Ermittlungsverfahren wegen „eines besonders schweren Fall des Diebstahls“, § 243 StGB eingeleitet. Die Polizei geht davon aus, dass die Lebensmittel, die weggeschmissen wurden, einen Wert von 100 EUR (dem Verkaufswert) hatten und wir diesen Wert gestohlen haben. Die Staatsanwaltschaft hat einen Strafantrag gegen uns beantragt. Demnach sind wir des „besonders schweren Fall des Diebstahls“ schuldig und sollen t 40 Tagessätze a 30€, also 1200€ pro Person und insgesamt 2400 EUR dafür bezahlen, dass wir weggeworfene Lebensmittel an uns genommen haben sollen.
Unserer Meinung nach ist diese Einschätzung nicht haltbar, denn die Lebensmittel wurden zur Entsorgung freigegeben und sind allerhöchstens noch ihrem Brennwert nach zu beurteilen.
Wir haben uns dazu entschieden, Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen und uns die Anklage der Staatsanwaltschaft am kommenden Montag, den 08.10.2018 am Amtsgericht Fürstenfeldbruck anzuhören.
Wir positionieren uns klar gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und die Kriminalisierung der Lebensmittelrettung: Containern ist kein Verbrechen! Vielmehr sollte hinterfragt werden, dass diese in großen Mengen an Lebensmitteln weggeschmissen werden. Aktuell landen in Deutschland mindestens 18,4 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel pro Jahr in der Tonne (WWF-Studie „Das große Wegschmeißen“, 2015). Mit dieser Ressourcenverschwendung sind wir nicht einverstanden.
Wir fragen uns, ob die Einschätzung der Staatsanwaltschaft gerechtfertigt werden kann, dass ein Fall des „Mülldiebstahls“ im öffentlichen Interesse geahndet wird. Gibt es wirklich diese breite Öffentlichkeit, die hinter einer solchen Auffassung steht? Bisher haben wir nur gegenteilige Einschätzungen in Erfahrung bringen können. Wir bekommen Unterstützung von vielen Seiten. Des Weiteren stehen wir in engem Kontakt zum Aachener Bündnis „Containern ist kein Verbrechen“. Das Bündnis begleitete zwei Angeklagte, die ähnlich wie in unserem Fall wegen Containern beschuldigt wurden. In einer Online-Petition zur Entkriminalisierung des Containerns beteiligten sich im letzten Jahr 127.000 Menschen. Durch Aktionen vor Ort und einer breit geführten Kampagne konnten sie viele Menschen für dieses Thema sensibilisieren. Trotz dieser großen Zustimmung konnte bisher keine Gesetzesänderung durchgesetzt werden. Deswegen möchten wir an diese Bewegung anschließen, um nicht zuletzt einen moralischen und bewussten Umgang mit Lebensmitteln, bzw. Ressourcen allgemein zu bewirken.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie dieses Thema in Ihrer Berichterstattung aufgreifen! Wir laden Sie auch herzlich dazu ein, zum Gerichtsprozess zu kommen. Dieser findet statt am Montag, den 8. Oktober um 14Uhr am Amtsgericht Fürstenfeldbruck (Stadelbergerstraße 5, 82256 FFB), Sitzungssaal 022. Herzlich laden wir Sie dazu ein unseren Prozess auch vor Ort und während der Verhandlung zu begleiten.
Für weitere Fragen stehen wir ihnen gerne zur Verfügung.
Wir sind unter folgender Emailadresse zu erreichen:
olchis-containern_1@riseup.net

Telefonnummern: 015204009041 oder 017697858071

In unserem Blog stehen in Zukunft alle weiteren Informationen zur Verfügung:
http://olchiscontainern1.blogsport.de/

Zur weiteren Recherche, der Blog vom Aachener Bündnis „Containern ist kein Verbrechen“:
http://242.blogsport.de/

Franzi & Caro



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