Archiv für Januar 2019

Eindrücke zur Hauptverhandlung

Liebe Unterstützer*innen,

gestern war ein langer und anstrengender Tag für uns alle. Die vielen Eindrücke des Verhandlungstages sind noch frisch und müssen erstmal verdaut werden. Für all diejenigen von euch, die nicht persönlich anwesend sein konnten, möchten wir eine kleine vorläufige Berichtserstattung geben.

Leider konnten wir den Gerichtssaal nicht mit einem Freispruch verlassen. Die dreistündige Verhandlung endete mit einer Verwarnung wegen Diebstahls an wertlosen Lebensmitteln. Die Staatsanwaltschaft München II hielt bis zuletzt das öffentliche Interesse an der Verurteilung wegen besonders schweren Falls des Diebstahls an bereits entsorgten Lebensmitteln fest.

Wir waren überwältigt von der Solidarität aller Unterstützer*innen. Sie haben eine tolle Kundgebung und Demo auf die Beine gestellt und die Menschen mit leckerem Gekochten und heißen Getränken versorgt. Ein großes Dankeschön an die vielen interessanten Redebeiträge, die Musik und dass ihr alle trotz der langen Verhandlung der Kälte getrotzt habt! Immer wieder haben wir auf die Uhr geschaut und während wir im Gerichtsaal saßen an euch gedacht. Umso schöner war es euch nach dem überstandenen Tag in die Arme zu fallen. Danke, dass ihr da wart!
Vielen Dank auch an die vielen Journalist*innen, die bei Kundgebung, Demo und Verhandlung anwesend waren und uns Gehör verschafft haben. Bereits gestern wurden erstaunlich viele Berichte veröffentlicht, sowohl regional, als auch deutschlandweit.

Unser gemeinsames Engagement möchten wir auch weiterhin nutzen. Deshalb laden wir euch zu unserem Nachbereitungstreffen am 12. Februar um 19Uhr ins EineWeltHaus ein. Dabei wird es nicht um uns gehen, sondern der Vernetzung dienen, rund um jene Mittel die zum Leben notwendig sind.

Solidarische Grüße,
Franzi & Caro

Erinnerung: Gerichtstermin Mittwoch, 30. 1.

Hier ist nochmal eine Erinnerung an die bevorstehende Hauptverhandlung und Einladung zur Kundgebung. Dieses Mal scheint es ernst zu werden. Bis jetzt ist keine Terminverschiebung in Aussicht. Wie bereits angekündigt, findet der Prozess am Mittwoch, den 30. Januar um 14.00Uhr vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck statt.

Zu diesem Anlass treffen wir uns alle um 12.00Uhr zur Kundgebung auf dem Hauptplatz vor der Stadtsparkasse in Fürstenfeldbruck. Sie wurde von unseren Unterstützern organisiert und von der Presse medial aufgearbeitet. Für Mittagessen und heiße Getränke wird der mobile Essensstand sorgen, der direkt „aus der Tonne“ serviert. Live-Musik von Aynie und Redebeiträge sorgen für den nötigen Tiefgang und Unterhaltung.
Ab 13.00Uhr machen wir uns gemeinsam auf den Weg in Richtung Gerichtsgebäude in Form einer Demonstration, denn ab 13.30Uhr wird es Zeit in den Gerichtssaal zu gehen. Wir wünschen uns eure solidarische Teilnahme an der Gerichtsverhandlung um 14.00Uhr. Lasst uns für einen Freispruch einstehen!
Das Ergebnis der Verhandlung werden wir direkt im Anschluss nach außen tragen und gemeinsam unsere Meinung darüber kund zu tun. Zum Schluss wird der Liedermacher Harry Gump für Stimmung sorgen.

Lasst uns gemeinsam laut werden und für die Entkriminalisierung des Containerns, sowie gegen die massive Lebensmittelverschwendung demonstrieren. Seid kreativ malt gerne Transpis. Wer mag, bringt einen Kochtopf mit für ein lautes Topf-Konzert. Mit dem Kochlöffel in der Hand hauen wir auf den Putz!
(Für eventuelle kurzfristige Änderungen schaut nochmal auf unseren Blog: olchiscontainern1.blogsport.de oder auf unserer facebook-Seite „Olchis Containern“)

Aus einer persönlichen Sache wurde eine politische Frage. Sind wir bereit für Eigeninitiative? Bis hin zu einer globalen Klimagerechtigkeit ist es noch ein weiter weg! Wir haben uns bereits auf den Weg gemacht. Während die Politik noch schläft, wollen wir bereits aufgestanden sein, Verantwortung übernehmen und unsere Welt selbst mitgestalten!

Voraussichtlich Mitte Februar wird es ein Nachbereitungstreffen geben. Es besteht der Wunsch, ein festes Netzwerk zu schaffen, welches sich über diesen Fall hinaus mit der Lebensmittelrettung beschäftigt, sowie Unterstützung für zukünftige Angeklagte bietet. Genauere Infos hierzu gibt’s am Mittwoch.

Zudem möchten wir auch auf die freitäglichen Demos im Rahmen von „Fridays for Future aufmerksam machen. Nach dem Vorbild von Greta Thunberg, die in Schweden seit Monaten jeden Freitag Schulstreik macht, um auf den Klimawandel und die mangelnden Maßnahmen in der Politik aufmerksam zu machen, gehen überall auf der Welt Schüler*innen und Studierende auf die Straßen, so auch in München. Die Termine dazu findet ihr im Kalender:www.kalinka-m.org/

Bringt eure Freund*innen mit und verbreitet diese Einladung weiter,

Solidarische Grüße,
Franzi & Caro

Ein kleines Resumee aus Berlin

Berlin

Wir waren beeindruckt von der guten Stimmung auf der Demo. 35.000 Menschen und 170 Traktoren demonstrierten am Samstag gegen die Agrarindustrie und für eine nachhaltigere und gerechtere Landwirtschaft. Auch wir Olchis waren dabei und haben Zuspruch unter den Menschen gefunden. Abends konnten wir bei „Soup & Talk“ in der Heinrich-Böll-Stiftung den vielen inspirierenden Vorträgen von Initiativen lauschen. Auch wir durften unsere Kampagne vorstellen und waren überwältigt von der positiven Resonanz und den Ermutigungen, die uns entgegengebracht wurden!

Aufruf zur Demo „Wir haben es satt“

ein sehr spontaner, aber lauter Aufruf zur morgigen Demo „Wir haben es satt“ in Berlin. Samstag, den 19. Januar. Auch wir werden dabei sein und unsere Stimme gegen die Agrarindustrie und für ein gerechteres und nachhaltigeres Lebensmittelsystem erheben. Nehmt eure Kochtöpfe mit! Ab 12 gehts los am Brandenburger Tor.
Nach der Demo werden wir bei der Veranstaltung „Soup & Talk“ mit einigen anderen spannenden Initiativen, auch unseren Fall und Aktionen gegen die Lebensmittelverschwendung vorstellen dürfen.
Wer in Berlin ist, kommt vorbei. Wir stehen gerne für Fragen und Anregungen bereit.

Wir haben es satt

Wo? Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin (nähe Hauptbahnhof), 15.00 – 19.00 Uhr
https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/programm/suppntalk/

Neuer Termin 2019

Liebe Unterstützer*innen,

wir hoffen, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen und konntet ein bisschen Ruhe und Kraft tanken. Auch wir haben diese kleine Ruhepause nach den turbulenten letzten drei Monaten ganz gut gebrauchen können. Eigentlich wollten wir ganz entspannt ins neue Jahr starten und bei einem Vernetzungstreffen wieder an Fahrt aufnehmen, sowie unseren Aktionsrahmen neu stecken. Doch gestern erreichte uns die Nachricht über den neuen Gerichtstermin. Es bleiben uns nun nicht mehr ganz 3 Wochen für die Vorbereitungen.

Nachdem wir dem Angebot einer Verfahrenseinstellung gegen eine Auflage von jeweils 8 Sozialstunden bei der Tafel nicht zugestimmt haben, läuft es nun auf eine Hauptverhandlung hinaus. Ein Freispruch wird weiterhin von uns angestrebt.

Der neue Termin ist für Mittwoch, den 30. Januar um 14.00 Uhr vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck angesetzt. Wir sind diesmal optimistisch, dass der Termin nicht erneut aufgeschoben wird. Von unserem Unterstützerkreis wurde bereits zugesichert, dass der Prozesstag von einer Kundgebung begleitet werden soll. Wir laden euch herzlich dazu ein, euer Mittagessen an diesem Tag nach Fürstenfeldbruck zu verlegen und dabei Musik und Redebeiträgen zu lauschen. Gemeinsam können wir dann zur Verhandlung in den Gerichtssaal gehen. Genauere Daten zur Kundgebung werden bald bekannt gegeben.

Darüber hinaus möchten wir euch über die Ereignisse der letzten Wochen auf dem Laufenden halten. Mittlerweile haben mehrere Vertreter*innen verschiedener Parteien uns zum Gespräch eingeladen. Sie haben ihr Interesse an der Thematik bekundet und den Handlungsbedarf aus ihrer Sicht verdeutlicht. Zudem haben erste Aktionen auf lokaler Ebene stattgefunden.

Schon die letzte Kundgebung war eine schöne Aktion und wurde vonseiten der Passanten und Presse positiv aufgenommen. Das Interesse auf lokaler Ebene zeigte sich auch am Freitag, den 14. Dezember, beim Diskussionsabend „DemokraTisch“ der Initiative Brucker Brücke. Gemeinsam mit einigen interessierten und aktiven Menschen des Landkreises diskutierten wir über: „Essens- und Nahrungsmittelpolitik in der Kritik – Verschwendung von Lebensmitteln und wie man sie bekämpfen kann“. Es war ein sehr bereichernder und konstruktiver Abend. Ein Blick in unser Protokoll des Diskussionsverlaufes, welches wir hier verlinkt haben, ist lohnenswert.

DemokraTisch Protokoll

Der Hauptorganisator Harald Buwert, hat sich die Mühe gemacht, den Abends in Form eines Videos festzuhalten: www.youtube.com/watch?v=njHpt8cJ1H8&feature=youtu.be

Zudem ist dazu folgender Artikel in der SZ erschienen:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-gemeinsam-gegen-die-lebensmittel-ueberproduktion-1.4257385

Eine Eigeninitiative wie diese ist auch dringend notwendig, wenn man betrachtet, dass in Deutschland, im Gegensatz zu einigen anderen europäischen Ländern, bisher keine Gesetzesänderung angedacht ist. Auch in unserem Nachbarland Tschechien wurde kürzlich ein neues Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung beschlossen und nach Zweifeln an der Verfassungskonformität hinsichtlich des Eigentumsrechts geprüft. Das Verfassungsgericht erklärte das neue Gesetz für rechtens: Eigentum verpflichtet! Ab jetzt müssen Supermärkte ihre unverkäuflichen Lebensmittel kostenlos weitergeben (Quelle: http://www.taz.de/!5562667/). Diese Nachricht freut uns riesig, denn darin zeigt sich, dass unsere Forderungen in Übereinstimmung mit dem europäischen Trend liegen. In diesem Sinne möchten wir nochmals auf unsere Online-Petition aufmerksam machen, die mittlerweile fast 80.000 Unterschriften zählt.

In Deutschland bleibt die Lage weiterhin brisant. Aktuell wissen wir von vier weiteren Fällen, in denen Menschen vor Gericht stehen, weil sie jene Lebensmittel noch wertzuschätzen wussten, welche von Supermärkten bereits aufgegeben wurden. Die Zahl der angeklagten Containerer wird nicht weniger, die verschwendeten Lebensmittel werden jedoch mehr. Wir wünschen uns weniger Kriminalisierung und stattdessen mehr Tatendrang für zielführende Maßnahmen gegen den Lebensmittelmüll. Wir solidarisieren uns mit allen Lebensmittelretter*innen auf einem Weg zu einem gewissenhafteren Umgang mit Lebensmitteln.

Somit laden wir euch noch einmal herzlich dazu ein, mit uns am 30. Januar ein Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung zu setzen. Wir sind allen sehr dankbar für ihre anhaltende Unterstützung. Haltet euch den Termin frei!

Auf eine konstruktive und solidarische Zusammenarbeit!

Franzi & Caro