Neuer Termin 2019

Liebe Unterstützer*innen,

wir hoffen, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen und konntet ein bisschen Ruhe und Kraft tanken. Auch wir haben diese kleine Ruhepause nach den turbulenten letzten drei Monaten ganz gut gebrauchen können. Eigentlich wollten wir ganz entspannt ins neue Jahr starten und bei einem Vernetzungstreffen wieder an Fahrt aufnehmen, sowie unseren Aktionsrahmen neu stecken. Doch gestern erreichte uns die Nachricht über den neuen Gerichtstermin. Es bleiben uns nun nicht mehr ganz 3 Wochen für die Vorbereitungen.

Nachdem wir dem Angebot einer Verfahrenseinstellung gegen eine Auflage von jeweils 8 Sozialstunden bei der Tafel nicht zugestimmt haben, läuft es nun auf eine Hauptverhandlung hinaus. Ein Freispruch wird weiterhin von uns angestrebt.

Der neue Termin ist für Mittwoch, den 30. Januar um 14.00 Uhr vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck angesetzt. Wir sind diesmal optimistisch, dass der Termin nicht erneut aufgeschoben wird. Von unserem Unterstützerkreis wurde bereits zugesichert, dass der Prozesstag von einer Kundgebung begleitet werden soll. Wir laden euch herzlich dazu ein, euer Mittagessen an diesem Tag nach Fürstenfeldbruck zu verlegen und dabei Musik und Redebeiträgen zu lauschen. Gemeinsam können wir dann zur Verhandlung in den Gerichtssaal gehen. Genauere Daten zur Kundgebung werden bald bekannt gegeben.

Darüber hinaus möchten wir euch über die Ereignisse der letzten Wochen auf dem Laufenden halten. Mittlerweile haben mehrere Vertreter*innen verschiedener Parteien uns zum Gespräch eingeladen. Sie haben ihr Interesse an der Thematik bekundet und den Handlungsbedarf aus ihrer Sicht verdeutlicht. Zudem haben erste Aktionen auf lokaler Ebene stattgefunden.

Schon die letzte Kundgebung war eine schöne Aktion und wurde vonseiten der Passanten und Presse positiv aufgenommen. Das Interesse auf lokaler Ebene zeigte sich auch am Freitag, den 14. Dezember, beim Diskussionsabend „DemokraTisch“ der Initiative Brucker Brücke. Gemeinsam mit einigen interessierten und aktiven Menschen des Landkreises diskutierten wir über: „Essens- und Nahrungsmittelpolitik in der Kritik – Verschwendung von Lebensmitteln und wie man sie bekämpfen kann“. Es war ein sehr bereichernder und konstruktiver Abend. Ein Blick in unser Protokoll des Diskussionsverlaufes, welches wir hier verlinkt haben, ist lohnenswert.

DemokraTisch Protokoll

Der Hauptorganisator Harald Buwert, hat sich die Mühe gemacht, den Abends in Form eines Videos festzuhalten: www.youtube.com/watch?v=njHpt8cJ1H8&feature=youtu.be

Zudem ist dazu folgender Artikel in der SZ erschienen:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-gemeinsam-gegen-die-lebensmittel-ueberproduktion-1.4257385

Eine Eigeninitiative wie diese ist auch dringend notwendig, wenn man betrachtet, dass in Deutschland, im Gegensatz zu einigen anderen europäischen Ländern, bisher keine Gesetzesänderung angedacht ist. Auch in unserem Nachbarland Tschechien wurde kürzlich ein neues Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung beschlossen und nach Zweifeln an der Verfassungskonformität hinsichtlich des Eigentumsrechts geprüft. Das Verfassungsgericht erklärte das neue Gesetz für rechtens: Eigentum verpflichtet! Ab jetzt müssen Supermärkte ihre unverkäuflichen Lebensmittel kostenlos weitergeben (Quelle: http://www.taz.de/!5562667/). Diese Nachricht freut uns riesig, denn darin zeigt sich, dass unsere Forderungen in Übereinstimmung mit dem europäischen Trend liegen. In diesem Sinne möchten wir nochmals auf unsere Online-Petition aufmerksam machen, die mittlerweile fast 80.000 Unterschriften zählt.

In Deutschland bleibt die Lage weiterhin brisant. Aktuell wissen wir von vier weiteren Fällen, in denen Menschen vor Gericht stehen, weil sie jene Lebensmittel noch wertzuschätzen wussten, welche von Supermärkten bereits aufgegeben wurden. Die Zahl der angeklagten Containerer wird nicht weniger, die verschwendeten Lebensmittel werden jedoch mehr. Wir wünschen uns weniger Kriminalisierung und stattdessen mehr Tatendrang für zielführende Maßnahmen gegen den Lebensmittelmüll. Wir solidarisieren uns mit allen Lebensmittelretter*innen auf einem Weg zu einem gewissenhafteren Umgang mit Lebensmitteln.

Somit laden wir euch noch einmal herzlich dazu ein, mit uns am 30. Januar ein Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung zu setzen. Wir sind allen sehr dankbar für ihre anhaltende Unterstützung. Haltet euch den Termin frei!

Auf eine konstruktive und solidarische Zusammenarbeit!

Franzi & Caro


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